Uranotypien

eine von mehreren Versuchsreihen zur Tonug von SW-Barytabzügen
2001-2002

Teaserfoto: Elisenfels

1. Rötlichbraune Färbung der Bromsilberbilder erzielt man durch
Anwendung des Urantonbades ... ...  

 
 

Vergolden von Silbersalzen

DIE PHOTOGRAPHISCHEN COPIERVERFAHREN MIT SILBERSALZEN
von
Regierungsrath Dr. Joseph Maria Eder

1898

Erstes Capitel.

GESCHICHTLICHES ÜBER DIE COPIRPROCESSE MIT
SILBERSALZEN.

Die Lichtempfindlichkeit eines mit Silbernitrat getränkten Papieres wurde von
Hellot zuerst 1737 erwähnt; freilich machte er von seiner Entdeckung keinen anderen
Gebrauch, als dass er die Silberlösung als sympathische Tinte benutzte, welche auf
weissem Papier Schriftzüge gab, die im Finstern Monate lang unsichtbar blieben, in der
Sonne aber schon nach einer Stunde dunkel hervortraten. Dies war die erste Anwen-
dungen eines mit SiIbelrlösungen lichtempfindlich gemachten Papieres,
wie der Verfasser zuerst in seiner "Geschichte der Photochemie" nachgewiesen hatte.
ScheeIe benutzte 1777 zuerst ein mit Chlorsilber bestrichenes Papier zur Untersuchung
der chemischen Wirkung des Sonnenspectrums, und Sennebier wiederholte
1782 diesen Versuch. Wedgewood veröffentlichte im Jahre 1802 zuerst seine
bereits im 1. Band dieses Handbuches (S. 59) erwähnte Abhandlung über die Wiedergabe
von Bildern durch das Licht. Er copirte mittels Silbernitratpapieres "den
Schatten einer Figur", Glasgemälde, sowie Blätter und die Flügel von Insecten.
Davy fügte dieser Abhandlung im Jahre 1802 hinzu, dass er mit dieser Methode
Bilder des Sonnenmikroskopes copirt habe und dass das Chlorsilber lichtempfindlicher
als Silbernitratpapier ist. ...  

 
 

Pflanzentiere

Die Pflanze als Lebewesen
von Ernst Fuhrmann
Societäts- Verlag, Frankfurtarn Main 1930

Nur ein oberflächlicher Anblick läßt vermuten, daß die Pflanze passiv
ist, daß sie wie ein toter Gegenstand von Wind und Wetter bewegt wird
und bestenfalls den Naturgewalten einen stillen Widerstand entgegensetzt.
Wer nicht mehr sieht, ist wie einer, der durch den Wald gegangen ist
und die Bäume nicht gesehen hat, aber mag er selbst den Baum gesehen
haben, so doch nicht das Blatt und das, was eigentlich "hinter 'dem
Blatt" zu suchen ist.
Tausende von Blättern leben an einem gemeinsamen Gebilde. Wenn wir
ein solches Zusammenleben als einen Staat bezeichnen, so sollten wir
nicht nur das Wort gebrauchen, sondern uns über alles klar werden, was
der Begriff bedeutet. Will man die Natur in der Pflanze kennen lernen,
so bedarf es einer kleinen Fähigkeit zur Abstraktion. Ein besonderes
Wissen dagegen läßt sich leichter entbehren. ...  

 
 

Tulpen oder Tulipanen

Tulpen oder Tulipanen, eine Gattung Zwiebelgewächse, von denen besonders die Gartentulpe, Tulipa Gessneriana, mit großen, glockenförmigen, prächtig gefärbten, theils einfachen, theils gefüllten Blumen, eine der schönsten Frühlingszierden unserer Gärten ist. Der Name Tulpe soll daher rühren, weil man in ihrer Form ein Aehnlichkeit mit einem türkischen Turbane (Dulbend) fand. Sie kam aus der Krim, dem südlichen Rußland und Kleinasien nach Constantinopel, wo die Blume nicht allein als ein schmuck der Gärten geschätzt wird, sondern wo man auch die Zwiebeln gebraten und gekocht ißt und wo Männer und Frauen Wangen und Lippen mit dem wohlriechenden Tulpenöle bestreichen. ...  

 
 

Constantinopel

Türkeireise 2007 ...  

 
 

Elefantenohr

Alocasia

Alocasia acuminata Schott. India orientalis.

Alocasia alba Schott. fnsulae archipelagi Indiae orientalis.
Alocasia pallida C. Koch.
Colocasia alba Hort.
Homalomena alba Hassk.

+Alocasia argyroneura. C. Koch v. heteroneura C. Koch. y.
+Alocasia Boryi Schott v. variegata C. Koch.
+Alocasia commutata Schott v. Alocasia odora C. Koch.

Alocasia. cucullata Schott. China australis, India orientalis.
Arum ramosum Hort.
Arum cucullatum Lour. Wightic.pl. Ind.orient.III. 787.
Cailldium cucullatum Pers.
Colocasia cucullata Schott.
Colocasia ramosa Schott.

Alocasia cuprea. C. Koch.
Alocasia metallica Hook. bot. Mag. t. 5190.
Caladium cupreum C. Koch.
Caladium Veitchii Lindl nec Veitch.
Gonatanthus cupreus Hort.
+Alocasia erythraea C. Koch v. heteroneura C. Koch.

Alocasia decipiens Schott. Pegu.

Alocasia fallax Schott. India orientalis, Himalaya.

Alocasia fornicata Schott. India orientaIis, Himalaya.
Arum forni catum Roxb. Wight icon. pI. Ind.or.III, 789,792.
Colocasia? fornicllta Kth.

Alocasia heteroneura C. Koch. Brasilia.
Alocasia marmorea Stange.
Alocasia erythraea C. Koch.
Caladium Schmizii Hort.
Caladium cordatum Hort.
Alocasia argyroneura C. Koch.
Caladium Schoelleri
Alocasia picta Stange. ...  

 
 

Freeze Frame :

Bilder, auf denen die Zeit gefroren ist ...
... zur Ästhetik meiner Landschaftsfotografie

Wir sehen Bilder, auf denen die Zeit gefroren ist. Landschaften ohne Himmel. Felsen von bizarrer Schönheit.
Wann sind diese Fotografien aufgenommen? Gestern – oder vor undenklichen Zeiten? Sind das überhaupt noch Fotos? Alles Fragen, die sich beim ersten Betrachten einstellen.
Etwas verstört an diesen Bildern, das sich nicht so schnell erklären läßt. Ein Gefühl, als wären das uralte Wissenschaftsfotos einer versunkenen Kultur. Oder die aktuellen Aufklärungsfotos einer geheimen militärischen Macht. Die Bilder scheinen nur einen Zweck zu kennen: die möglichst genaue und emotionslose Dokumentation der Wirklichkeit. Aber welche Wirklichkeit könnte das sein, die da so schnörkellos und unaufgeregt seziert wird? Es ist ein fremder, surrealer Blick, den da einer auf unsere bekannte und durchfotografierte Welt wirft.

(Michael Cornelius: Der Insektenforscher. Ulrich Schmitt auf der Suche nach der wahren, wirklichen Welt)

In einer „durchfotografierten Welt“ den eigenen Blick auf die Landschaft zu finden, ist nicht leicht. Vor mir war immer schon ein anderer da. Mein Blick scheint von anderen Blicken besetzt. Erich Gombrich, der große Kunsthistoriker, hat den Satz geprägt, dass es „ein unschuldiges Auge“ nicht gebe. Anders gesagt: Wir übersetzen unsere Wahrnehmung nicht einfach in Bilder. Es sind umgekehrt die Bilder, die unsere Wahrnehmung formen. So kann auch der Fotograf mit seiner Kamera die Welt nie objektiv dokumentieren. 1960, rund zwanzig Jahre vor der Erfindung der digitalen Fotografie, schrieb Gombrich in einem seiner Hauptwerke, Kunst und Illusion: „Das photographische Bild ist (...) nicht einmal eine eindeutige Abschrift des Negativs, von dem es gedruckt wird, geschweige denn, eine der Natur.“ 1 ...  

 
 

German Gothic

„History“ reveals itself to be central to the Gothic mode even when it depicts a contemporary setting. (...) The Gothic dwells in the historical past, or identifies „pastness“ in the present, to reinforce a distance between the enlighted now and the repressive or misguided then.

„Geschichte“ erweist sich als zentral für den Modus der Gothic Fiction, auch dann, wenn sie eine zeitgenössische Situation darstellt. (...) The Gothic ist in der geschichtlichen Vergangenheit zuhause; es zeigt „das Vergangene“ in der Gegenwart und bekräftigt so den Abstand zwischen dem aufgeklärten Heute und dem repressiven oder irrigen Damals.

(Robert Mighall: A Geography of Victorian Gothic Fiction. Mapping History’s Nightmares, Oxford, New York 1999, S. xviii.)

Die Ästhetik meiner Bilder ist von der Gothic Fiction gefärbt, also dem, was wir auf Deutsch „Horrorliteratur“ nennen. Die Landschaft - oft gerade die deutsche und mitteleuropäische Landschaft - hat in dieser Literaturform immer schon eine tragende Rolle gespielt: von den obskuren Schauerromanen des 18. Jahrhunderts wie Eliza Parsons The Castle of Wolfenbach. A German Story bis zu den Klassikern des 19. und 20. Jahrhunderts: Mary Shelleys Frankenstein, Sheridan Le Fanus Carmilla, Algernon Blackwoods The Willows oder, im Bereich des Films, Murnaus Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens. Das später gestrichene Einleitungskapitel zu Bram Stokers Dracula spielt in München und Umgebung.

Hier werden Orte des Bösen inszeniert – mittelalterlich wirkende Städte, Schlösser, Wälder, Gebirge und Schneewüsten –, an denen die Zeit zu stagnieren scheint und sich räumlich verdichtet. Die Ortswahrnehmung ist durch Erinnerungen an zurückliegende Verbrechen verzerrt. Die Landschaften erscheinen in ihrer Präsenz wie zeitlich zurück gebogen, permanent eingetrübt mit kalten, düsteren, melancholischen und unheimlichen Stimmungen. Angesichts solcher Überlagerungen von Zeit und Raum sprechen angelsächsische Forscher der Gothic Novel gern von „dreamscapes“ (David Punter), „crimescapes“ oder „psycho-geography“ (Robert Mighall) – Termini, die sich keineswegs nur auf historische Texte beziehen. Zeitgenössische Autoren stöbern die Gespenster einer untoten Vergangenheit auch unter den Stahl-Glas-Architekturen heutiger Gothic Cities auf. Der Literaturwissenschaftler Robert Mighall sagt über die „urbanen Verbrechenslandschaften“ des Londoner Schriftstellers Peter Ackroyd: „Ackroyd sees the Gothic skull beneath the modern skin of steel and glass. Haunted by absence rather than presence his ‚psychogeographical’ London is a palimpsest of memories.“ 1 ...